Abzocke im Internet

Ein Dauerbrenner (s. auch Web-Abzocker abwehren), mit dem auch ich mich gelegentlich befassen darf. Aus gegebenem Anlass wollte ich mir einmal eine einschlägige Website ansehen, wurde daran aber von meiner Sicherheitssoftware gehindert:

Das sollte bereits für sich sprechen…

Dessen ungeachtet wollte ich mir auch noch einmal die Website des für die Abzocker tätigen Inkassounternehmens ansehen, hatte dort aber auch nicht wirklich mehr Glück:

Eine simple Recherche über gängige Suchmaschinen bestärkte dann den ersten Eindruck: Auch hier sind wohl die üblichen Abzocker am Werk.

Dazu kann ich allgemein nur empfehlen: Die Schreiben der Inkassounternehmen sollten aufbewahrt werden (mehr aber auch nicht), um den Vorgang zu dokumentieren.

Den in den Schreiben geltend gemachten Forderungen kann – wie etwa von verschiedenen Verbraucherzentralen empfohlen (Musterschreiben sind im Netz zu finden) – widersprochen werden, regelmäßig wird das aber nicht helfen: Die Abzocker wissen selbst ganz genau, dass sie keine Ansprüche haben. Sie setzen daher darauf, die regelmäßig juristisch nicht oder nur eingeschränkt vorgebildeten Adressaten einzuschüchtern oder jedenfalls soweit zu zermürben, dass irgendwann doch gezahlt wird – einfach, weil man irgendwann wieder Ruhe haben möchte.

Soweit sollte man es nicht kommen lassen: Auch wenn es nerven mag, sollte auf die „Mahnungen“ usw. nicht weiter reagiert werden, denn die sind alle regelmäßig das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt wurden.

Sollte irgendwann ein echter amtsgerichtlicher Mahnbescheid eingehen, sollte sofort (!) Widerspruch gegen die vollst. Forderung eingelegt werden. Andernfalls – bei Versäumnis der Widerspruchsfrist – könnte die Gegenseite den Erlass eines Vollstreckungsbescheids beantragen.

Die Angelegenheit wäre dann abschließend im Rahmen eines anschließenden Klageverfahrens zu klären, wobei die Chancen – bei entsprechender fachkundiger Vertretung durch einen Anwalt – recht gut stehen sollten.

Abschließend bleibt mir nur, mich darüber zu ärgern wundern, dass hierzulande scheinbar jeder (Semi-)Kriminelle recht einfach ein Inkassounternehmen gründen und damit am Markt agieren kann, wobei zumindest einige Amtsgerichte durch fragwürdige Entscheidungen auch noch Schützenhilfe leisten. Bedenkt man dagegen, welche Hürden – ich sag‘ mal – bei Eröffnung einer Imbissbude zu nehmen sind – nun ja…

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